Wie aus der neuesten SEC-Einreichung hervorgeht, wird das in den USA ansässige Unternehmen Riot Platforms 4.300 BTC verkaufen und den Erlös für den Ausbau seines Rechenzentrumsnetzwerks für KI-Workloads verwenden, was bestätigt, dass sich die größten Miner von der Strategie des passiven Ansammelns von Kryptowährungen abwenden.
Die Verschiebung der Prioritäten wurde durch einen anhaltenden Rückgang der Mining-Einnahmen vorangetrieben. Im zweiten Quartal sanken die Mining-Einnahmen des Unternehmens um 19,3 %, bedingt durch steigende Stromkosten und einen Hashpreis, der auf historische Tiefststände fiel.
Der Margendruck beim Bitcoin-Mining finanziert die KI-Wende
Die Marktsituation bleibt angespannt. Bitcoin wird in einer engen Spanne von etwa 63.500 bis 63.700 US-Dollar gehandelt, während die durchschnittlichen Mining-Kosten im gesamten Markt laut Branchenmodellen bei 76.000 bis 78.000 US-Dollar pro Coin liegen.
Infolgedessen arbeitet der durchschnittliche Miner im Netzwerk derzeit mit Verlust, da der Hashpreis auf ein Rekordtief von 30 bis 35 US-Dollar pro PH/s pro Tag gefallen ist. Nur Betreiber mit extrem günstigem Strom und neuester Ausrüstung bleiben profitabel.

Riots Zahlen sind besser als der Marktdurchschnitt, aber der breitere Trend hat auch das Unternehmen erfasst. Seine direkten Kosten für das Mining eines Bitcoins stiegen aufgrund höherer Energietarife und der Erweiterung seiner Kapazitäten in Kentucky auf 49.912 US-Dollar.
Dies zwang das Management, seine Bestände teilweise zu liquidieren, indem es einige seiner angesammelten Coins verkaufte, während die Mining-Einnahmen bei 113,7 Millionen US-Dollar lagen.
Gleichzeitig verfügt das Unternehmen über eine starke Bilanz und ein Polster von 1,2 Milliarden US-Dollar an liquiden Mitteln, darunter 548,9 Millionen US-Dollar in bar und eine Reserve von 11.380 BTC.
Sein Geschäftsmodell verlagert sich jedoch hin zu einem besser planbaren Infrastrukturgeschäft. Riot hat bereits seine erste Kapazität für AMD geliefert, während sein wichtigstes langfristiges Projekt ein 20-Jahres-Vertrag zur Anmietung von KI-Laboranlagen ist, mit erwarteten Einnahmen von 9,1 Milliarden US-Dollar.
Riots Handeln spiegelt einen breiteren Markttrend im Jahr 2026 wider, da sich Miner allmählich in Betreiber von Rechenzentren verwandeln. Andere große Akteure, darunter MARA Holdings, Core Scientific und Bitdeer, haben zuvor teilweise oder vollständig ihre Krypto-Reserven liquidiert, um den Bau von KI-Infrastruktur zu finanzieren.










