Der CLARITY Act bleibt im Senat stecken, nachdem das Weiße Haus Berichten zufolge nicht auf einen parteiübergreifenden Ethikvorschlag reagiert hat, wodurch die Chancen auf eine Verabschiedung im Jahr 2026 wieder auf 27 % gesunken sind.
Zusammenfassung
- Das Weiße Haus hat nicht reagiert auf den Ethik-Gegenvorschlag von Tillis-Gallego.
- Polymarket-Händler geben dem CLARITY Act eine 27%ige Chance, dieses Jahr Gesetz zu werden.
- Senatsführer haben noch keine Cloture für das Gesetz eingereicht, da sich die Kammer der Pause nähert.
- Bernstein warnt, dass eine Verzögerung einen weiteren „reflexartigen" Krypto-Ausverkauf verursachen könnte.
Weißes Haus hat Ethikvorschlag nicht beantwortet
Die Krypto-Journalistin Eleanor Terrett berichtete am Montag, dass das Weiße Haus noch nicht auf den Ethik-Gegenvorschlag geantwortet habe, der vom republikanischen Senator Thom Tillis und dem demokratischen Senator Ruben Gallego eingereicht wurde.
Der Vorschlag würde Berichten zufolge den Generalstaatsanwälten der Bundesstaaten eine Rolle bei der Durchsetzung von Beschränkungen für Krypto-Aktivitäten von Bundesbeamten einräumen. Im Rahmen des Kompromisses könnten Staatsbeamte das Justizministerium verklagen, wenn es die Ethikregeln nicht durchsetzt.
Die Demokraten lehnten eine frühere Version ab, die vom Weißen Haus akzeptiert worden war, weil sie die Durchsetzung allein dem Justizministerium überließ. Der Tillis-Gallego-Vorschlag soll diese Bedenken ausräumen und genügend demokratische Stimmen für das Gesetz sichern.
Obwohl das Schlagzeilenthema sich auf Trump konzentriert, betrifft die gemeldete Entwicklung die Reaktion des Weißen Hauses auf den Kompromiss und nicht die Unterzeichnung des Gesetzes durch den Präsidenten. Das Gesetz muss noch den Senat passieren und etwaige Unterschiede zum Repräsentantenhaus ausräumen, bevor es auf Trumps Schreibtisch gelangt.
CLARITY Act steht vor schrumpfendem Senatszeitplan
Senatsmehrheitsführer John Thune hat keinen Cloture-Antrag für den CLARITY Act eingereicht, sodass den Gesetzgebern nur begrenzt Zeit bleibt, das Verfahren vor der erwarteten Pause der Kammer zu beginnen.
Der veröffentlichte Montagsplan des Senats enthielt stattdessen eine Cloture-Abstimmung über den Antrag, zu H.R. 6500 überzugehen, einem Gesetzesvehikel für eine fortlaufende Entschließung. Es war keine geplante Maßnahme zu H.R. 3633, dem Digital Asset Market Clarity Act, aufgeführt. Der Senat hatte zuvor eine Plenarrede von Senatorin Cynthia Lummis zur Unterstützung des Gesetzes aufgezeichnet, aber keine Cloture-Einreichung.
Selbst wenn Thune Cloture einreicht, erfordern die Senatsregeln Zeit für die Reifung des Antrags, bevor eine erste Verfahrensabstimmung stattfinden kann. Das Gesetz würde auch 60 Stimmen benötigen, um ein wahrscheinliches Filibuster zu überwinden, was Unterstützung von mehreren Demokraten erfordert.
Der Ethikstreit ist nicht das einzige Hindernis. Staatsanwälte und Strafverfolgungsorganisationen haben Bedenken zu Bestimmungen geäußert, die einige nicht-verwahrende Blockchain-Entwickler vor den Registrierungspflichten des Bank Secrecy Act schützen.
Finanzminister Scott Bessent hat diese Interpretation zurückgewiesen und argumentiert, dass nicht-verwahrende Entwickler nie diesen Verpflichtungen unterlagen und dass das Gesetz die bestehende Finanzministeriumspolitik kodifizieren würde.
Verabschiedungswahrscheinlichkeit fällt auf 27 % zurück
Polymarket-Händler weisen dem CLARITY Act nun eine Wahrscheinlichkeit von 27 % zu, vor Ende 2026 in Kraft zu treten. Der Markt war im Februar auf über 80 % gestiegen, bevor Senatsverzögerungen und Meinungsverschiedenheiten über Ethik und dezentrale Finanzen die Erwartungen schwächten.

Die sinkenden Quoten spiegeln den sich verengenden legislativen Weg des Gesetzes wider, nicht eine formelle Niederlage. Die Verhandlungen könnten während oder nach der Pause fortgesetzt werden, obwohl eine Verzögerung weniger Zeit lassen würde, bevor die US-Zwischenwahlen den Kongresskalender verkomplizieren.
Die Gesetzgebung würde einen bundesstaatlichen Rahmen für die Marktstruktur schaffen und klären, wie die Securities and Exchange Commission und die Commodity Futures Trading Commission die Aufsicht über digitale Vermögenswerte aufteilen.
Bernstein warnt vor einem weiteren Krypto-Ausverkauf
Bernstein-Analysten warnten, dass ein Scheitern des Gesetzes im Senat einen sofortigen Rückgang von Bitcoin und des breiteren Kryptomarktes auslösen könnte. Sie beschrieben die mögliche Reaktion als einen „reflexartigen" Ausverkauf der Branche, der die Bewertungen digitaler Vermögenswerte auf ein weiteres Tief treiben könnte.
„Aus taktischer Sicht erwarten wir, dass der Kryptomarkt Ende Q3 und Anfang Q4 vor den Zwischenwahlen einen Boden findet und an Dynamik gewinnt", schrieben die Analysten in einem Kundenbericht vom Montag.
Bernstein erwartet, dass eine gesetzgeberische Verzögerung auch die SEC und die CFTC dazu drängen könnte, über Project Crypto weitere Leitlinien herauszugeben. Diese Bemühungen könnten Token-Klassifizierungen, dezentrale Finanzen und eine mögliche Ausnahme für qualifizierte Token-Emissionen abdecken.
Regulatorische Leitlinien könnten US-Kryptounternehmen vorübergehend Erleichterung verschaffen, aber sie hätten nicht dieselbe Beständigkeit wie ein vom Kongress verabschiedetes Gesetz. Die Reaktion des Weißen Hauses auf den Ethik-Kompromiss und jede Klotur-Einreichung von Senatsführern bleiben daher die nächsten Entwicklungen, die es zu beobachten gilt.











