SBI Digital Practice und Südkoreas Nodeinfra haben sich darauf geeinigt, gemeinsam ein grenzüberschreitendes Zahlungs- und Abwicklungsnetzwerk zwischen Japan und Südkorea unter Nutzung der Canton-Network-Infrastruktur zu entwickeln.
Zusammenfassung
- SBI und Nodeinfra werden Yen- und Won-Zahlungstoken testen, bevor sie regulierte Stablecoins kommerziell einführen.
- Projekt Musubi wird zunächst Canton Network für atomare Zahlungs-gegen-Zahlungs-Abwicklung und verteiltes Peer-Netting nutzen.
- SBI Digital Practice wird japanische Finanzinstitute anbinden, während Nodeinfra Abwicklungsprotokolle und Werkzeuge entwickelt.
- Japan hat bereits SBI's JPYSC, während Südkorea noch an der Entwicklung einer Won-Stablecoin-Gesetzgebung im Inland arbeitet.
- Die Partner planen eine spätere Expansion über Japan und Südkorea hinaus auf weitere Währungen und Rechtsgebiete.
Die Unternehmen gaben die Absichtserklärung am 7. August bekannt und nannten die Initiative Projekt Musubi. Die erste Phase wird Yen- und Won-denominierte Testtoken verwenden, keine echten kommerziellen Stablecoins, so SBI in seiner Pressemitteilung.
Das Projekt soll die derzeitige Verwendung des US-Dollars als Zwischenhändler bei einigen Japan-Korea-Abwicklungen adressieren. SBI erklärte, dass eine sequenzielle Abwicklung über ein Dollar-Vehikel zusätzliche Reibung und Abwicklungsrisiken erzeugen kann. Projekt Musubi plant stattdessen, beide Seiten eines Währungstauschs gleichzeitig auf Canton abzuwickeln.
SBI-Stablecoin-Zahlungsnetzwerk startet mit Testtoken
Die erste Testphase wird einen Yen-Testtoken und einen Won-Testtoken verwenden. SBI und Nodeinfra erklärten, dass sie beabsichtigen, zu regulierten Stablecoins überzugehen, sobald die rechtlichen Rahmenbedingungen in den jeweiligen Märkten dies zulassen. Die Unternehmen nannten weder einen kommerziellen Starttermin noch teilnehmende Banken, Börsen oder Zahlungsunternehmen.
Diese Unterscheidung ist wichtig, da Projekt Musubi noch in der Entwicklung ist und nicht als Live-Stablecoin-Zahlungsdienst operiert. Seine geplante Architektur umfasst atomare Zahlungs-gegen-Zahlungs-Abwicklung, verteiltes Peer-Netting und Selbstverwaltung der Mitglieder. Atomare Abwicklung soll bewirken, dass beide Seiten einer Transaktion gemeinsam abgeschlossen werden, wodurch das Risiko verringert wird, dass eine Partei Gelder liefert, während die andere Seite ausfällt.
SBI Digital Practice wird Integrationsschichten aufbauen, die bestehende Finanzsysteme mit dem Netzwerk verbinden, und die Beziehungen der SBI Group nutzen, um das Onboarding in Japan zu unterstützen. Nodeinfra wird das Kern-Abwicklungsprotokoll, Daml-Smart-Contracts und Entwicklerwerkzeuge entwickeln und gleichzeitig koreanische Finanzinstitute und Verwahrstellen unterstützen.
SBI hat bereits einen Yen-Token für zukünftige Abwicklung
SBIs japanische Infrastruktur ist weiter fortgeschritten. Die Gruppe gab an, dass sie JPYSC im Juni über die SBI Shinsei Trust Bank eingeführt hat und beschrieb es als Japans ersten treuhänderischen Yen-Stablecoin. Wie bereits berichtet, hat SBI JPYSC am 24. Juni in Japan in Umlauf gebracht, wobei SBI VC Trade die Primärverteilung übernahm.
Die Musubi-Ankündigung sagt nicht, dass JPYSC während der ersten Testphase verwendet wird. Ryo Shimotsu, repräsentativer Direktor von SBI Digital Practice, sagte, dass die Gruppe beabsichtigt, Musubi mit der breiteren Onchain-Infrastruktur von SBI zu verbinden. Seine Aussage, dass die Unternehmen einen "neuen Standard" für die Zahlungsinfrastruktur zwischen Japan und Korea setzen wollen, beschreibt ihr Ziel, nicht ein erreichtes Ergebnis.
SBI Digital Practice selbst ist neu. SBI benannte SBI Security Solutions im Juni um und verlagerte seinen Fokus auf institutionelle Onchain-Finanzierung. Wie bereits berichtet, hat die Gruppe die Tochtergesellschaft um Canton Network umstrukturiert, einschließlich Infrastruktur, die Länder und Währungen umfasst.
Südkoreas regulatorischer Zeitplan bleibt eine wichtige Abhängigkeit
Die koreanische Seite hat einen anderen regulatorischen Zeitplan. Südkorea entwickelt Gesetze für auf Won lautende digitale Vermögenswerte im Rahmen eines umfassenderen Digital Asset Basic Act. Wie bereits berichtet, arbeiten die politischen Entscheidungsträger an Regeln für Ausgabe und Umlauf, aber wichtige Bestimmungen sind noch in Verhandlung.
Das hilft zu erklären, warum Project Musubi mit Test-Tokens beginnt. Die Ankündigung von SBI besagt, dass regulierte Stablecoins übernommen werden, sobald die jeweiligen japanischen und koreanischen Rahmenbedingungen es erlauben. Es nennt keinen Won-Stablecoin-Emittenten und gibt kein Datum für den Übergang vom Testen zur Produktion an.
Was als Nächstes für SBI und Nodeinfra passiert
Die unmittelbare Arbeit konzentriert sich auf technische Entwicklung und institutionelle Einbindung. SBI Digital Practice wird sich auf die Verbindung der japanischen Finanzinfrastruktur konzentrieren, während Nodeinfra die Protokoll- und Smart-Contract-Entwicklung leiten und koreanische Institutionen einbinden wird.
Die Partner planen schließlich, Project Musubi über den Japan-Korea-Korridor hinaus auf weitere Währungen, Rechtsgebiete und Anlageklassen auszuweiten. Diese Erweiterung bleibt ein erklärter Plan und keine bestätigte Einführung. Die nächsten konkreten Meilensteine werden der Abschluss der Tests, die Teilnahme regulierter Institutionen und ausreichende regulatorische Klarheit für die Einführung kommerzieller Stablecoins sein.






