Die Banca d'Italia hat eine Studie vom Juli 2026 veröffentlicht, die ergab, dass Stablecoin-Überweisungen bei Kosten oder Geschwindigkeit nicht durchgängig besser abschneiden als traditionelle Überweisungsdienste.
Zusammenfassung
- Zehn USDC-Korridore ergaben Gesamtüberweisungskosten zwischen 0,30 % und fast 9 %, wie Forscher feststellten.
- Unter 20 Minuten waren erreichbar, wenn Instant-Payment-Systeme beide Fiat-Konvertierungsendpunkte effizient unterstützten.
- Drei Korridore schnitten besser ab als Wise, während vier teurer waren, was zeigt, dass Stablecoin-Ersparnisse insgesamt stark korridorspezifisch blieben.
Die Forscher führten echte Überweisungen von 200 USDC über zehn Korridore durch, die Italien mit Argentinien, Brasilien, Südafrika, den Vereinigten Arabischen Emiraten und Japan verbanden.
Die Mystery-Shopping-Studie verzeichnete Gesamtkosten von 0,30 % bis fast 9 %. Der Blockchain-Anteil betrug im Durchschnitt nur 0,4 %, während Börsenkäufe, Finanzierungsmethoden, Abhebungen und Fremdwährungsumrechnung den Großteil der Kosten verursachten. Die Autoren sagten, dass Stablecoins "keinen systematischen Kostenvorteil" gegenüber traditionellen Kanälen zeigten.
Die Kosten für Stablecoin-Überweisungen variierten stark je nach Korridor
Die Überweisung von Italien nach Argentinien war mit 0,30 % am günstigsten, während Argentinien nach Italien 8,96 % kostete. Die Studie warnte, dass das niedrige Ergebnis für ausgehende Überweisungen aus Argentinien teilweise auf Unterschiede zwischen dem offiziellen und dem Marktwechselkurs des Landes zurückzuführen sei und nicht allein auf die Effizienz der Blockchain.
Brasilien nach Italien kostete 2,21 %, verglichen mit 2,70 % in der Gegenrichtung. Südafrika nach Italien kostete 5,44 %, während Italien nach Südafrika 4,58 % erreichte. Die beiden VAE-Routen gehörten mit 7,20 % und 8,95 % zu den teuersten, teilweise weil Kartenfinanzierung und Abhebungsgebühren die Gesamtkosten erhöhten.
USDC war nur auf drei vergleichbaren Routen günstiger als Wise
Die Banca d'Italia verglich ihre Transaktionen mit Wise-Simulationen für denselben Betrag von 200 $. USDC war auf drei Routen günstiger: Italien nach Argentinien, Italien nach Südafrika und Brasilien nach Italien. Auf vier Routen war es teurer, einschließlich beider VAE-Routen und Italien nach Brasilien.
Die Forscher wiesen darauf hin, dass die Überweisungen und Wise-Simulationen an unterschiedlichen Daten stattfanden. Sie beschrieben den Weltbank-Vergleich auch als indikativen Maßstab und nicht als direkten Vergleich. Das Papier behandelt eine Stablecoin und eine begrenzte Anzahl von Transaktionen, daher sind seine Ergebnisse "nicht ohne Weiteres verallgemeinerbar" auf jeden Anbieter oder Korridor.
Schnelle Inlandszahlungen bestimmten die Überweisungsgeschwindigkeit
Der Onchain-Anteil dauerte in sieben von acht direkt vergleichbaren Korridoren weniger als 15 Minuten. Die vollständige Abwicklung hing jedoch von den Bankensystemen ab, die zur Finanzierung der Börsen und zum Abheben von Lokalwährung verwendet wurden.
Überweisungen über Italiens TIPS, Brasiliens Pix und Argentiniens Transferencias 3.0 wurden in weniger als 20 Minuten abgeschlossen. Südafrikanische Routen dauerten ein oder zwei Werktage, da Standardüberweisungen die Fiat-Endpunkte verlangsamten. Die Studie kam daher zu dem Schluss, dass Stablecoin-Schienen und nationale Instant-Payment-Systeme sich ergänzen und nicht ersetzen.
Japan stellte ein separates Problem dar. Die Überweisung von Japan nach Italien kostete 1,6 %, aber regulatorische Beschränkungen erforderten eine nicht verwahrte Wallet und fragmentierte Transaktionen, was den Prozess für einen direkten Zeitvergleich ungeeignet machte. Die umgekehrte Route kostete 1,3 %, ohne den endgültigen Off-Ramp abzuschließen.
Bessere On-Ramps könnten wichtiger sein als günstigere Blockchains
Die Ergebnisse stützen die Einschätzung des Gouverneurs der Banca d'Italia, Fabio Panetta, vom Mai, dass Stablecoins in ausgewählten Korridoren funktionieren könnten, aber keine universelle Antwort auf teure Überweisungen bieten. Er argumentierte, dass Regulierungsbehörden die inländische Zahlungsinfrastruktur verbessern und Schnellzahlungssysteme grenzüberschreitend verbinden sollten.
Ein BIS-Papier vom März 2026 kam zu einem ähnlichen Schluss und identifizierte schwache Interoperabilität, fragmentierte Standards und institutionelle Unterschiede als Haupthindernisse für günstigere grenzüberschreitende Zahlungen. Das deutet darauf hin, dass Blockchain-Abwicklung allein Compliance-, Bank- und Lokalwährungs-Engpässe nicht beseitigen kann.
Brancheneinsätze testen weiterhin die andere Seite des Arguments. Wie crypto.news berichtete, fand Borderless.xyz im zweiten Quartal wettbewerbsfähige Stablecoin-Preise in 260 Geschäftszahlungskorridoren. In ähnlicher Berichterstattung transferierte ein Hyundai-Test 20.000 US-Dollar zwischen den USA und Mexiko in etwa sieben Minuten, während SBI Remit mit Fasset zusammenarbeitete, um eine Stablecoin-Remittance-Infrastruktur zu entwickeln.
Diese Fälle widersprechen dem Zentralbankexperiment nicht direkt. Sie betreffen unterschiedliche Transfergrößen, Geschäftsmodelle und Endpunkte. Der nächste Schritt ist breitere Tests über mehr Token, Anbieter, Daten und Transaktionsbeträge, mit vollständiger Offenlegung von Wechselkursaufschlägen, Abhebungsgebühren und lokalen Auszahlungszeiten.







