Eine der Nebenwirkungen des Coldcard-Wallet-Hacks war eine Debatte über die besten Methoden zur Aufbewahrung von Kryptowährungen. Vor diesem Hintergrund präsentierte Ripple-CTO und XRP-Ledger-Mitschöpfer David Schwartz eine originelle Lösung für sichere Bitcoin-Kaltlagerung und schlug ein Schema zur Kontrollaufteilung im Haushalt vor, das auf dem Prinzip des "Nuklearkoffers" basiert.
Der von Schwartz vorgeschlagene Mechanismus reduziert erheblich das Risiko, dass Gelder zu Lebzeiten des Eigentümers gestohlen werden, und löst gleichzeitig das Problem der Weitergabe von digitalem Gold an Erben.
Die Krise brach aus, nachdem ein Firmware-Fehler dazu führte, dass der eingebaute Generator von Coldcard vorhersehbare Seed-Phrasen erzeugte. Hacker leerten schnell mehr als 4.500 Adressen und stahlen 1.367 BTC im Wert von rund 89 Millionen Dollar.
Der Vorfall löste Panik und weit verbreitete Forderungen nach einer Rückkehr zu gewöhnlichen Papierausdrucken aus, die nicht über das Internet physisch gehackt werden können.
Warum Papier versagt, oder wie man Krypto-Diebe und Feuer austrickst
Schwartz kühlte jedoch die Begeisterung der Papier-Speicher-Befürworter ab und argumentierte, dass ein einfaches Blatt Papier mit einem privaten Schlüssel völlig wehrlos gegen alltägliche Risiken wie Feuer, Verlust oder Diebstahl ist.
Statt zu veralteter Technologie zurückzukehren, schlug er die Verwendung von Hardware-Geräten vor, insbesondere das SecuX W20, um eine Strategie zu entwickeln, die er als "Nuklearkoffer" bezeichnete:
- Duplizierung: Der Investor konfiguriert zwei zusätzliche Wallets mit derselben 24-Wort-Seed-Phrase und legt auf beiden denselben PIN-Code fest.
- Hardware-Trennung: Ein physisches Gerät wird jeweils zwei verschiedenen Verwandten gegeben. Ohne den PIN-Code sind die Geräte für sie nutzlos.
- Passwort-Trennung: Der PIN-Code wird zwei vertrauenswürdigen Freunden gegeben, die nicht mit der Familie verbunden sind. Ihre Aufgabe ist es, die Ziffern den Verwandten erst nach dem Tod des Investors zu offenbaren.
Bei dieser Regelung können weder die Verwandten noch die Freunde Bitcoin stehlen, solange der Eigentümer lebt. Wenn jedoch die Zeit gekommen ist, erhalten die Erben garantiert Zugang.
Vor dem Hintergrund von Schwachstellen im Wallet-Code verlagert der von Schwartz vorgeschlagene Ansatz den Fokus auf Human Engineering und macht die Verteilung der Rollen zu einem Schlüsselwerkzeug zum Schutz von Krypto-Vermögen. Seiner Ansicht nach ist das System nicht perfekt, aber es ist immer noch besser als Standard-Aufbewahrungspraktiken.








