BankChain strebt Blockchain-Einführung in den USA bis 2027 an

BankChain
vor 2 StundenQuelle: crypto.news
BankChain strebt Blockchain-Einführung in den USA bis 2027 an

Neununddreißig US-amerikanische Bankenverbände gaben am 25. August die Gründung der BankChain Alliance bekannt, mit Plänen, bis 2027 ein brancheneigenes Blockchain-Netzwerk zu starten.

Zusammenfassung

  • Neununddreißig Bankenverbände gründeten die BankChain Alliance, um ein landesweites Blockchain-Netzwerk für Banken zu entwickeln.
  • BankChain strebt einen Start im Jahr 2027 an, hat jedoch noch keinen Technologiepartner ausgewählt oder öffentlich benannt.
  • Das vorgeschlagene Netzwerk soll tokenisierte Einlagen, Stablecoins, programmierbare Zahlungen und automatisierte Finanzabwicklungsdienste unterstützen.
  • Die teilnehmenden Verbände vertreten Tausende von Instituten, obwohl sich keine einzelnen Banken öffentlich zu einer Beteiligung verpflichtet haben.
  • The Clearing House plant separat die Abwicklung tokenisierter Einlagen in Verbindung mit den bestehenden RTP- und CHIPS-Netzwerken.

Das vorgeschlagene Netzwerk wird tokenisierte Einlagen, Stablecoins, intelligente Zahlungsinstrumente und automatisierte Abwicklung unterstützen, so die offizielle Ankündigung der Allianz.

BankChain zielt auf kleinere und regionale Banken

Die teilnehmenden Verbände vertreten Tausende von Finanzinstituten in 39 Bundesstaaten. Eine veröffentlichte Mitgliederliste umfasst Bankengruppen aus Florida, Texas, New York, Pennsylvania, Ohio, Washington und mehreren ländlichen Bundesstaaten.

BankChain erklärte, dass Banken jeder Größe eingeladen werden, Eigentumsanteile zu erwerben. Die Struktur soll kleineren Instituten Zugang zur Blockchain-Infrastruktur ermöglichen, ohne dass jede Bank ein separates Netzwerk entwickeln muss.

Kathy Kraninger, Präsidentin und CEO der Florida Bankers Association, fungiert als interimistische Vorsitzende von BankChain. Zuvor leitete sie das Consumer Financial Protection Bureau.

BankChain strebt laut der Allianz einen Start im Jahr 2027 an. Es hat weder ein festes Aktivierungsdatum, einen Testplan noch teilnehmende Banken bekannt gegeben.

Die Ankündigung beschrieb das Projekt als brancheneigen, -entworfen und -verwaltet. Sie erläuterte jedoch nicht Stimmrechte, Eigentumsgrenzen, Finanzierungsverpflichtungen oder wie die Allianz Streitigkeiten zwischen teilnehmenden Instituten lösen würde.

Technologie und Governance bleiben unentschieden

BankChain wählt einen Technologiepartner aus und erklärte, dass die resultierende Plattform mit anderen Blockchain-Netzwerken verbunden werden soll. Es nannte keine Finalisten oder spezifizierte, ob das System ein öffentliches, privates oder genehmigtes Hauptbuch verwenden würde.

Die Allianz hat auch keinen Konsensmechanismus, keine Transaktionskapazität, keine Validator-Anforderungen und keinen Cybersicherheitsrahmen offengelegt. Diese Details werden bestimmen, welche Institutionen die Transaktionsvalidierung kontrollieren und wie Kundendaten privat bleiben.

Die vorgeschlagenen Dienste des Netzwerks umfassen sowohl tokenisierte Einlagen als auch Stablecoins. Diese Produkte können onchain ähnlich erscheinen, haben aber unterschiedliche rechtliche Strukturen.

Tokenisierte Einlagen stellen im Allgemeinen Verbindlichkeiten einzelner Banken dar und bleiben in deren Bilanzen erfasst. Stablecoins sind separate Token, die durch Reservevermögen gedeckt sind und von Banken, Treuhandgesellschaften oder anderen zugelassenen Einrichtungen ausgegeben werden können.

Die Federal Deposit Insurance Corporation hat vorgeschlagen, förderfähige tokenisierte Einlagen konsistent mit herkömmlichen Einlagen zu behandeln. Bankengruppen argumentierten, dass die Verwendung von Blockchain für die Buchführung den Einlagensicherungsstatus nicht ändern sollte, wenn bestehende gesetzliche Anforderungen erfüllt sind.

BankChain betritt einen überfüllten Bankenmarkt

The Clearing House kündigte im Juni eine separate bankgeführte On-Chain-Geld-Initiative an. Zu ihren Unterstützern gehören JPMorgan Chase, Bank of America, BNY, Citi, Wells Fargo, BMO, HSBC und mehrere regionale Kreditinstitute.

Dieses Projekt würde den Interbanken-Abwicklungsverkehr von tokenisierten Einlagen ermöglichen und Blockchain-Transaktionen mit den RTP- und CHIPS-Systemen von The Clearing House verbinden. Die bestehenden Zahlungsnetze der Organisation wickeln täglich mehr als 2 Billionen US-Dollar ab.

Andere Banken verfolgen schmalere Modelle. Custodia und Vantage haben einen Token getestet, der Bankeinlagen und Stablecoin-Funktionalität über das Hazel-Netzwerk kombiniert.

BMO bereitet separat rund um die Uhr tokenisierte Bargeld- und Einlagendienste vor, die die Infrastruktur der CME Group und das Google Cloud Universal Ledger nutzen.

Was BankChain vor 2027 abschließen muss

Der nächste Schritt des Bündnisses ist die Auswahl und Bekanntgabe seines Technologieanbieters. Es muss dann Governance-Regeln, Compliance-Kontrollen, Eigentumsbedingungen und technische Standards festlegen, bevor Banken angebunden werden.

BankChain wird auch festlegen müssen, wie teilnehmende Institute tokenisierte Einlagen ausgeben, Kunden verifizieren und Verpflichtungen zwischen Banken abwickeln. Verbindungen zu öffentlichen Blockchains würden zusätzliche Kontrollen für Datenschutz, Sanktionsprüfung und Transaktionsüberwachung erfordern.

Keine einzelne Bank hat sich öffentlich zur Nutzung von BankChain verpflichtet, und das Bündnis hat keinen Pilotversuch angekündigt. Der durch seine 39 Verbände angedeutete Umfang stellt daher eine potenzielle Reichweite dar, nicht eine bestätigte Netzwerkteilnahme.

Ein Start im Jahr 2027 wird davon abhängen, diese Entscheidungen abzuschließen, Bankverpflichtungen zu sichern und die regulatorischen Anforderungen von Bund und Ländern zu erfüllen. Bis dahin bleibt BankChain ein von der Industrie unterstütztes Entwicklungsprojekt und kein operierendes Zahlungsnetzwerk.