Der Hardware-Krypto-Wallet-Markt wurde von einer schweren Vertrauenskrise erschüttert, da ein technischer Fehler in Coldcard-Geräten es Hackern ermöglichte, mehr als 500 Bitcoin-Adressen vollständig zu leeren. Bei einem einzigen automatisierten Angriff transferierten die Täter 594,48 BTC im Wert von etwa 38,3 Millionen US-Dollar auf eine Wallet.
Der Diskussion schloss sich schnell der bekannte Bitcoin-Entwickler Peter Todd an, den eine HBO-Dokumentation zuvor als Bitcoin-Schöpfer Satoshi Nakamoto identifiziert hatte. Für Todd war der Vorfall eine weitere Bestätigung seiner langjährigen Skepsis gegenüber kommerziellen Krypto-Gadgets.
Die Sicherheit einer Wallet hängt vollständig von der Zufälligkeit bei der Generierung der Seed-Phrase ab. Wie sich jedoch herausstellte, funktionierte dieser Mechanismus in der Coldcard-Firmware seit März 2021 nicht ordnungsgemäß. Laut Block Security sind fast alle Modelle betroffen: Mk2, Mk3, Mk4, Q und Mk5.
Bei älteren Geräten deaktivierte ein Fehler im Codebase den eingebauten Hardware-Generator, wodurch die Wallet Schlüssel über einen vorhersehbaren Software-Algorithmus erzeugte. Bei neueren Modellen wurden kritische Teile der Daten abgeschnitten.
Infolgedessen sank die Anzahl der möglichen geheimen Phrasenkombinationen auf ein Minimum, sodass Hacker sie innerhalb von Minuten auf einem Computer brute-forcen konnten.
Todds Position: Dem Codebase fehlen genügend Augen
„Ich war schon immer skeptisch gegenüber Hardware-Wallets. Man bezahlt viel Geld für ein Gerät, das Code ausführt, den nur wenige Leute jemals ansehen werden, auf Hardware, die durch einen Supply-Chain-Angriff mit Hintertüren versehen sein könnte“, sagte Peter Todd auf X.
Laut dem Entwickler ist dieser Vorfall ein perfektes Beispiel für das fatale Fehlen unabhängiger Prüfung und Audits des Codebases des Projekts.
Die Branche muss sich nun in Richtung End-to-End-deterministischer Tests echter Hardware bewegen, die es ermöglichen würden, genau zu wissen, woher die Entropie stammt. Als Alternative zum blinden Vertrauen in Chips demonstrierte Todd eine physische Generierungsmethode mit einem Kartenspiel und erinnerte an seinen früheren Vorschlag für einen knopfbasierten Zufallszahlengenerator.
Die neuen Daten von Block Security untergraben auch die Hoffnung, dass Multisig-Setups sicher bleiben. Wenn alle Multisignatur-Schlüssel auf anfälligen Coldcard-Geräten generiert wurden, können Hacker sie nacheinander kompromittieren. Der Fehler wird in dem Moment eingeführt, in dem die Seed-Phrase erstellt wird, und das bloße Exportieren der Wörter auf ein anderes Gerät behebt ihn nicht.
Der einzige Weg, Bitcoin jetzt zu schützen, besteht darin, die Vermögenswerte vollständig zu evakuieren. Experten fordern die Benutzer auf, sofort eine neue Seed-Phrase auf Hardware von Drittanbietern zu generieren und alle Gelder physisch auf neue Adressen zu übertragen.
Nur Benutzer, die während der Ersteinrichtung eine zusätzliche BIP-39-Passphrase hinzugefügt haben, bleiben geschützt, da diese eine weitere Barriere gegen Brute-Force-Angriffe darstellt.







