Kurz zusammengefasst

  • Air-Gapped-Wallets verbinden sich nie direkt mit dem Internet oder drahtlosen Netzwerken, was hilft, private Schlüssel vor Online-Angriffen zu schützen.
  • Ein solcher Hardware-Wallet-Hersteller, Coldcard, wurde kürzlich Opfer eines massiven Exploits, der zu Verlusten von über 114 Millionen US-Dollar für Nutzer führte.
  • Obwohl Air-Gapped-Wallets einen der stärksten verfügbaren Schutz für die Selbstverwahrung bieten, sind sie nicht immun gegen Bedrohungen. Hier ist der Grund.

Wenn Sie sich schon etwas mit Kryptowährungen beschäftigt haben, haben Sie wahrscheinlich den Spruch gehört: "Nicht deine Schlüssel, nicht deine Münzen." Dieser Satz spiegelt die Idee wider, dass derjenige, der die privaten Schlüssel einer Wallet kontrolliert, letztendlich auch die darin enthaltene Kryptowährung kontrolliert.

Eine Air-Gapped-Wallet geht mit dieser Philosophie einen Schritt weiter, indem sie diese privaten Schlüssel vollständig vom Internet isoliert. Diese Wallets sind darauf ausgelegt, im Wesentlichen das höchste Sicherheitsniveau zu bieten, das ein einzelner Krypto-Inhaber erreichen kann – was die Coldcard-Pleite, einen Exploit, der zu Verlusten von insgesamt 114 Millionen US-Dollar in Bitcoin und mehr geführt hat, für betroffene Nutzer besonders erschütternd macht.

Was ist eine Krypto-Wallet?

Trotz ihres Namens speichern Kryptowährungs-Wallets eigentlich keine Bitcoins, Ethereum oder andere digitale Vermögenswerte. Stattdessen speichern Wallets die öffentlichen und privaten Schlüssel, mit denen Sie auf in einer Blockchain aufgezeichnete Gelder zugreifen und sie übertragen können.

Ein öffentlicher Schlüssel ähnelt einer Kontonummer, die andere verwenden können, um Krypto zu senden. Ein privater Schlüssel hingegen fungiert wie ein Passwort oder eine digitale Signatur, die Transaktionen autorisiert. Jeder, der Zugang zu diesem privaten Schlüssel erhält, kann die damit verbundenen Vermögenswerte kontrollieren.

Krypto-Wallets können in vielen Formen auftreten, darunter physische Papier-Wallets (also eine gedruckte oder handschriftliche Kopie Ihres privaten Schlüssels oder Ihrer Wiederherstellungsphrase), Software-Apps, Mobile Wallets und Hardware-Geräte. Sie können auch in zwei große Kategorien unterteilt werden: verwahrende (custodial) und nicht-verwahrende (non-custodial) Wallets.

Bei verwahrenden Wallets hält ein Dritter Ihre privaten Schlüssel in Ihrem Namen. Das ist zum Beispiel der Fall, wenn Sie Ihre Bitcoins, Ethereum, Solana oder andere digitale Vermögenswerte bei Coinbase oder einer anderen zentralisierten Börse aufbewahren. Nicht-verwahrende Wallets, auch bekannt als Selbstverwahrungs-Wallets, geben dem Nutzer die vollständige Kontrolle über diese Schlüssel sowie die Verantwortung für deren Schutz.