Coinbase-CEO Brian Armstrong gab bekannt, dass der umfassende US-amerikanische Kryptowährungsregulierungsgesetzentwurf, der CLARITY Act, in die letzte Phase eingetreten ist.
„Klare Regeln sind fast da – wir sind auf der Ein-Yard-Linie“, schrieb der Chef der US-Kryptobörse und teilte Fotos von seinen Treffen mit Gesetzgebern auf dem Capitol Hill. Armstrong bezeichnete die Vorbereitung des Gesetzes als echte überparteiliche Anstrengung und stellte die Position der Branche klar: „Es ist Zeit, CLARITY abzuschließen.“
Hinter der Aussage des Coinbase-Chefs steckt ein ernster Zeitdruck: Befürwortern der Legalisierung der Kryptoindustrie bleiben nur noch sieben Tage, bevor der Senat in die Sommerpause geht. Gleichzeitig sind die 60 Stimmen, die benötigt werden, um ein Verfahrensfilibuster zu überwinden und die Verabschiedung des Gesetzes zu garantieren, noch nicht gesichert.
Hinter Armstrongs öffentlichen Appellen findet intensive politische Verhandlung statt. Quellen zufolge haben die Senatoren Tillis und Gallego gerade einen neuen Kompromiss zu Ethikbestimmungen ausgehandelt, der das blockierte Gesetz entblockieren könnte. Die Details der Vereinbarung bleiben vertraulich, während der Vorschlag noch die Zustimmung des Weißen Hauses benötigt.
Der Gesetzentwurf passierte bereits am 14. Mai den Bankenausschuss des Senats mit 15 zu 9 Stimmen. Er wurde jedoch noch nicht zur endgültigen Abstimmung auf den Senatsboden gebracht. Wenn die Gesetzgeber innerhalb der verbleibenden Woche keine Einigung erzielen, könnte sich der Prozess bis zum Herbst verzögern.
SECs Plan B
Während Coinbase auf den Kongress setzt, bereiten die Regulierungsbehörden alternative Szenarien vor. Der neue SEC-Vorsitzende Paul Atkins hat direkt erklärt, dass seine Behörde, falls die Gesetzgeber den CLARITY Act nicht verabschieden, beginnen wird, eigene Regeln für den Kryptomarkt einzuführen, unter Nutzung ihrer bestehenden Befugnisse.
Atkins selbst gibt jedoch zu, dass dieser Weg schlechter wäre. Ein umfassendes Gesetz, das vom Kongress verabschiedet wird, würde eine dauerhafte Grundlage für Kryptounternehmen schaffen, die nicht jedes Mal erschüttert würde, wenn die Macht im Weißen Haus wechselt.
Ob Armstrong und die Senatoren die letzte Yard in Richtung regulatorischer Klarheit innerhalb einer Woche zurücklegen können, wird sich in den kommenden Tagen zeigen.











